Aktives Leben braucht Mobilität – Wiehl braucht Mobilität

Kernbotschaft

Um die Stadt Wiehl bei dem Thema Mobilität voran zu bringen, schlagen wir vor, dass unter Beteiligung aller Bürgergruppen ein großflächiges Mobilitätskonzept erstellt wird.

Begründung

Mobilität als die Fähigkeit und Möglichkeit, sich in physischen, geografischen oder virtuellen Räumen zu bewegen, ist unverzichtbarer Bestandteil des modernen Lebens.

Ziel muss es daher sein, dass sowohl jüngere als auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher und erschwinglich ihre kommunikativen (soziale, kulturelle, geistliche Zusammenkünfte) und lebensnotwendigen (Einkaufen, Arztbesuche) Bedürfnisse befriedigen können. Dies setzt eine barrierefreie Gestaltung der (baulichen) Umwelt voraus.

Auch die kleineren Ortschaften von Wiehl dürfen durch die derzeit oft fehlenden Mobilitätsvoraussetzungen nicht aussterben und gerade die immobilen Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen – als besondere Herausforderung in den strukturschwächeren Gebieten - die Möglichkeit erhalten, sich so lange wie möglich selbst zu versorgen. Diese individuelle Mobilität wird derzeit oft durch Familie und ehrenamtliche Strukturen ermöglicht oder ersetzt. Hier ist eine Professionalisierung notwendig.

Damit Wiehl ein attraktiver Wohnort bleibt, ist außerdem ein Ausbau der virtuellen Mobilität (Grundversorgung mit schnellem Internet) notwendig.

Vorschlag im Detail

Zukunftsvision nach Anpassung der innerörtlichen Verkehrskonzepte an aktuelle und zukünftige Bedürfnisse:

Im Busverkehr verkehren in den verkehrsschwächeren Zeiten oder Gebieten statt der Großfahrzeuge Kleinbusse. Somit wurde verhindert, dass Buslinien eingestellt und kleinere Ortschaften vom öffentlichen Personennahverkehr ausgeschlossen wurden.

Im Bereich des Zugverkehrs wird die Anbindung an die umliegenden Städte gestärkt. Es existiert ein mit der Bahn abgestimmtes Zubringersystem zum Bahnhof und zurück.

Die gewerblichen Fuhrunternehmen wurden davon überzeugt, ihr Potenzial noch besser zu nutzen. Es existiert ein Bürgertaxi (= Anrufsammeltaxi), das die Nutzerinnen und Nutzer am jeweils genannten Ort abholt und am Zielort absetzt (zweckbestimmter Shuttle-Service).

Der Bürgerbus stellt in Absprache mit dem öffentlichen Personennahverkehr einen erweiterten Linienverkehr (zu anderen Zeiten und in den Randzonen) dar.

Die Mobilcard wurde eingeführt: Hierbei wird zu einem sozial verträglichen Preis entweder eine bestimmte Kilometermenge erworben, die mit Bus, Bahn, Taxi usw. zurückgelegt werden kann oder die Beförderungsmöglichkeiten können nach Erwerb der Mobilcard zu niedrigeren Tarifen genutzt werden.

Des Weiteren wurde eine Mitfahrerbörse "Wiehl fährt" eingerichtet. Hier können Fahrten angeboten oder gesucht werden (Arztbesuch, Einkaufen, Stadtfest…).

Der Carsharing-Service "DORFSMART" (Elektrofahrzeug) - finanziert durch Dorfgemeinschaften mit Unterstützung der örtlichen Wirtschaft - wird intensiv genutzt.

Außerdem wurde die bereits bestehende Möglichkeit des Einkaufens von zuhause bekannt gemacht: Waren (Lebensmittel, Schuhe, Kleidung) werden telefonisch bestellt und vom Einzelhandel (ab einem bestimmten Bestellwert kostenlos) geliefert.

In allen Wiehler Gebieten sind ausreichend kostenlose Parkmöglichkeiten vor-handen.

Umsetzung

Zur Erstellung eines Mobilitätskonzeptes ist es zunächst notwendig, eine Struktur- und Bedarfsanalyse durchzuführen. Hierbei können auch die Ergebnisse der Einwohnerbefragung in den „Wiehler Bergdörfern“ genutzt werden, sinnvoller erscheint es jedoch, eine flächendeckende Befragung in allen Bevölkerungsgruppen durchzuführen. Eventuell ist es bereits für die Durchführung der Analyse möglich, Fördergeld zu beantragen und Kooperationspartner zu finden.

In einem nächsten Schritt müssen aus der Analyse Ergebnisse und konkrete Maßnahmen abgeleitet werden. Im Anschluss ist eine Festlegung notwendig, welche Maßnahmen (gegebenenfalls mit welcher Priorität) entwickelt und durchgeführt werden sollen. Auch diese Festlegung findet wieder unter Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen statt.

Bei der anschließenden Umsetzung der Maßnahmen ist unbedingt auf Nachhaltigkeit zu drängen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen Fördergelder beantragt und Kooperationspartner gesucht werden. Auch ist festzulegen, wie und von wem einzelne Maßnahmen zukünftig betreut werden. Außerdem ist zu entscheiden, wie und zu welchem Zeitpunkt die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden soll. Denkbar ist eine erneute flächendeckende Befragung und ein Abgleich mit den Ergebnissen der ersten Analyse. Ergänzend hierzu können Einzelmaßnahmen überprüft werden.

Bürgerpate/Bürgerpatin

Gesa Heiden

Aktueller Stand

[Aktualisierung 31. Januar 2017] Um den EINEN Bürger zu finden, der dazu bereit ist, das Projekt Bürgerbus Wiehl in die Hand zu nehmen und in Zusammenarbeit mit weiteren interessierten Bürgern die Gründung des Bürgerbusvereines durchzuführen wurden in Absprache mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Mobilität/ Bürgerbus seitens der Stadtverwaltung alle Wiehler Vereine angeschrieben.
Als Resonanz auf dieses Schreiben konnten jedoch lediglich zwei Anrufe verzeichnet werden in denen sich Bürger dazu bereit erklärten, als Fahrer zur Verfügung zu stehen.
Auch anderweitig fand sich bis zum heutigen Tage kein Bürger, der dazu bereit ist, die Position des Vereinsvorsitzenden zu übernehmen und somit überhaupt die Gründung des Vereins zu ermöglichen.
Hierüber wurden die Mitglieder des Arbeitskreises in einer zweiten Sitzung am 05.10.2016 informiert.
Auf Grund der zuvor genannten Tatsachen muss davon ausgegangen werden, dass im Wiehler Stadtgebiet aktuell kein entsprechender Bedarf besteht. Sollte sich ein solcher jedoch in Zukunft ergeben, so könnte die Gründung eines Bürgerbusvereines Wiehl jederzeit angestoßen und seitens der Stadtverwaltung unterstützt werden.

[Aktualisierung 21. April 2015] Zur Erarbeitung, weiteren Ausarbeitung und Umsetzung des Konzeptes wurde der Arbeitskreis Mobilität/ Bürgerbus ins Leben gerufen, dessen konstituierende Sitzung am 19.03.2015 stattfand. Zu der Arbeitsgruppe gehören neben Vertretern aller im Rat vertretenen Parteien die Patin Frau Gesa Heiden sowie als weiterer engagierter Bürger Herr Ernst-Herbert Ullenboom sowie Vertreter der Verwaltung. Als Gastreferent stellte Herr Will als Vorsitzender des Bürgerbusvereines Nümbrecht die erfolgreiche Arbeit der Nümbrechter Nachbarn vor.
Nach einem umfassenden Bericht über die Umsetzung des Projektes Bürgerbus in Nümbrecht und der Beantwortung aller Fragen aus der Runde der Anwesenden durch Herrn Will stellte dieser nochmals ganz klar heraus, dass es zur erfolgreichen Umsetzung eines solchen Projektes notwendig ist, zuerst den Bürgerbusverein zu gründen, der sich lediglich aus Bürgern zusammensetzen „darf“. Dabei ist es wichtig, zunächst den EINEN Bürger zu finden, der dazu bereit ist, das Projekt in die Hand zu nehmen und in Zusammenarbeit mit weiteren interessierten Bürgern die Gründung durchführt. Hierbei und im Folgenden steht die Verwaltung jederzeit unterstützend zur Verfügung und fungiert als Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Bürgerbusverein, dem Verkehrsunternehmen und dem Land NRW (in Sachen Landesförderung).
Um viele „Erfahrungen“ und (Hintergrund-)Informationen reicher wurde die erste Sitzung des Arbeitskreises geschlossen, mit dem Ziel, eben den EINEN Bürger und weitere Interessierte durch ein gezieltes Zugehen und Ansprechen potentieller Kandidaten zu finden.
Interessierte finden ausführliche Informationen auf der Seite www.pro-buergerbus-nrw.de und können sich jederzeit gern bei Herrn Uwe Bastian melden.

Nächste Schritte

s. oben

Ansprechpartner/Ansprechpartnerin

Uwe Bastian, Fachbereich 8, Telefon: 02262 99-192, E-Mail: u.bastian@wiehl.de