Präsentierten die Geschäftszahlen 2025 der Volksbank Oberberg: (v. l.) Ingo Stockhausen (Vorstandsvorsitzender), Dr. Udo Meyer (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Andreas Neumann (stv. Vorstandsvorsitzender) und Jörn Richling (Vorstandsmitglied). Foto: Volksbank Oberberg
Das betreute Kundenvolumen stieg um 4,1 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro und nähert sich damit der 5-Milliarden-Euro-Marke. Für 2026 rechnet die Bank mit dem Überschreiten dieser Schwelle. Der Bilanzgewinn liegt bei 11,0 Millionen Euro, die Cost-Income-Ratio bei 55,8. Erstmals überschritt der Rohertrag die Marke von 100 Millionen Euro und lag bei 102,3 Millionen Euro.
Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Vertreterversammlung am 8. Juni 2026 erneut eine Dividende von 3 Prozent auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder vorzuschlagen.
„Krisen und Unsicherheiten werden zunehmend zum Normalzustand“, sagte Vorstandsvorsitzender Ingo Stockhausen auf der Bilanzpressekonferenz. Das zeige sich auch daran, dass die Kapitalmärkte damit häufig anders umgehen als die Realwirtschaft. Aktienmärkte blieben 2025 trotz geopolitischer Spannungen robust. Zugleich hinterließen die vergangenen Rezessionsjahre Spuren: „Vier Jahre Rezession bleiben im Mittelstand nicht ohne Wirkung.“
Im Kundenkreditgeschäft wuchs das betreute Kundenkreditvolumen um 4,0 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Großteil der Mittel floss erneut in den Immobiliensektor und die wohnwirtschaftliche Verwendung. Auch die Kundeneinlagen und -anlagen legten zu: Das betreute Kundenanlagevolumen stieg um 4,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.
Die Zahl der netto neu gewonnenen Vollbankverbindungen erhöhte sich um 3,0 Prozent. Die Mitgliederzahl stieg um 0,9 Prozent auf 45.379. Im Zahlungsverkehr nahm die Zahl der Transaktionen um 7,4 Prozent auf 34 Millionen zu.
Die Volksbank Oberberg betonte ihren Ansatz, Präsenz vor Ort und digitale Kanäle parallel anzubieten. „Kundinnen und Kunden sollen selbst entscheiden können, wie sie ihre Bank kontaktieren“, so Stockhausen. Die Volksbank Oberberg verbindet dafür die persönliche Erreichbarkeit in der Geschäftsstelle mit Telefon, E-Mail und digitalen Angeboten. Die Bank betreibt 30 Standorte und investiert zugleich in digitale Anwendungen und mobile Banking-Lösungen.
Als regionaler Wirtschaftsfaktor trug die Bank 2025 mit Gehältern, Dividenden und Steuerzahlungen rund 48 Millionen Euro zur Wertschöpfung in der Region bei. Vereine und Institutionen wurden mit 500.000 Euro unterstützt. Über das Crowdfunding-Portal „Viele schaffen mehr“ wurden seit Start 135 Projekte mit rund 19.000 Unterstützern realisiert. Das Gesamtvolumen beträgt 810.000 Euro, die Co-Finanzierung der Bank 185.000 Euro. Die Bank ordnet diese Aktivitäten in ein „Ökosystem regionaler Prägung“ ein, das Beratung, Vernetzung und Förderung vor Ort verbindet.
Die Volksbank Oberberg beschäftigt 444 Mitarbeitende und 45 Auszubildende. In der Volksbank Oberberg Akademie wurden 2025 knapp 300 Schulungen mit über 3.000 Teilnahmen durchgeführt. Zusätzlich soll 2026 die Finanzbildung weiter gestärkt werden, unter anderem über Angebote wie FinanceFit und das KURS-Bildungsangebot sowie ergänzende Ferien-Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.
Für 2026 erwartet die Bank weiterhin ein anspruchsvolles Umfeld mit anhaltendem Wettbewerb, hoher Regulierung und Digitalisierungsdruck. Gleichzeitig sieht sie Anzeichen einer vorsichtigen konjunkturellen Stabilisierung. Mit robuster Eigenkapitalbasis, dezentraler Ausrichtung und einem breiten Leistungsangebot will die Volksbank Oberberg ihre Marktposition weiterentwickeln.
