Die Akteure des ersten Marktplatzes für gute Geschäfte im Oberbergischen Kreis (vorne v. l.): Corinna Kawczyk, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Wiehl, Sylvia Asmussen, Leiterin
Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt, Ulrich Stücker, Bürgermeister Stadt Wiehl, Klaus Grootens, Landrat Oberbergischer Kreis, Tanja Siebert, Amaidi international gGmbH und Vorstand der Rembold Stiftung, Christian Gollmer, Geschäftsführer der Paritätische Oberbergischer Kreis. Foto: Oberbergischer Kreis
13 Kooperationsvereinbarungen zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Aktionen sind auf dem ersten Marktplatz für gute Geschäfte im Oberbergischen Kreis geschlossen worden. Der Wert dieser Kooperationen beläuft sich auf rund 12.000 Euro und rund 700 Stunden ehrenamtlichen Einsatzes. Zwei weitere Kooperationsvereinbarungen wurden im Nachgang der Veranstaltung getroffen.
Auf Einladung des Oberbergischen Kreises kamen rund 50 Akteure aus Vereinen, Non-Profit-Institutionen und Unternehmen sowie 20 Gäste aus Verwaltungen und Politik im Stadtteilhaus zusammen, um ihr Netzwerk zu vergrößern und unbürokratisch Aufgaben zu erledigen. Die Teilnehmenden konnten ihr Know-how, ihre Arbeitszeit oder Sachmittel vorstellen und mit potenziellen Partnern aushandeln, was sie im Gegenzug dafür erhalten. Da auf dem Marktplatz für gute Geschäfte Geld tabu ist, wurden Dienstleistungen, Zeit und Kompetenzen als Tauschmittel eingesetzt.
„Gerade in Zeiten, in denen viel über gesellschaftlichen Zusammenhalt gesprochen wird, ist das hier ein sehr konkreter Ansatz“, sagt Landrat Klaus Grootens: „Er zeigt, dass Zusammenarbeit nicht zuerst am Geld scheitern muss, sondern dort beginnt, wo Menschen bereit sind, etwas voneinander anzunehmen und miteinander zu teilen. Viele Dinge, die unser Zusammenleben im Oberbergischen Kreis ausmachen, wären ohne das Engagement vieler Freiwilliger gar nicht denkbar. Umso wichtiger ist es, dieses Engagement zu unterstützen und Menschen zusammenzubringen, die sich einbringen wollen. Genau dafür ist dieser Marktplatz da: Er macht sichtbar, was alles vorhanden ist – an Ideen, an Fähigkeiten, an Möglichkeiten – und bringt es miteinander in Verbindung.“
Beispielsweise plant der SGV Homburger Land in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Hansen und Kröger in Wiehl eine Kundenveranstaltung „Wandern und Lesen“. Außerdem wird Carolin Stute von Hippe Hue Social den Social-Media-Auftritt des SGV Homburger Land ausbauen und optimieren.Die Kitzretterinnen (Werde KitzretterIn e.V.) erhalten von Welp Media Service Unterstützung bei ihrem Medienauftritt. Die OASe (Offene Arbeit für Senioren) informiert künftig Mitarbeitende der AggerEnergie zu Fragen zur Pflege und Patientenverfügungen. Ein umfangreicher zweiteiliger Workshop der OASe ist für ein AWO Seniorenzentrum vorgesehen.
Neben dem großen Interesse der Akteure dieses ersten Marktplatzes der guten Geschäfte sei auch die gute Vorbereitung auf potenzielle Verhandlungen grundlegend für diesen Erfolg gewesen, sagt Sylvia Asmussen, die Leiterin der Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt beim Kreis: „Um sich auf die Verhandlungsgespräche gut einzustellen und potenzielle Partner zu finden, haben die Akteure einige Tage vor der Veranstaltung an einem kostenlosen Workshop teilgenommen. So ist mit dem Marktplatz für gute Geschäfte eine sehr lebendige Vermittlungsplattform entstanden, die unter den aktiven Teilnehmenden zu vielen Win-Win Effekten geführt hat.“
Der Markt der guten Geschäfte hat sehr schnell gezeigt: Es sind viele Ressourcen und Kompetenzen in der Region vorhanden, die man miteinander teilen kann, unter der Voraussetzung, dass Ressourcen und Bedürfnisse bekannt sind. Bei den Tauschgeschäften standen „Makler“ bereit, um geeignete Gesprächspartner zueinander zu führen oder aussichtsreiche Vereinbarungen anzubahnen. Ein „Notar“ besiegelte die Vereinbarungen schriftlich. Diese Funktion haben Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker und Andreas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg, gerne übernommen. „Wenn Ehrenamt und Unternehmen aufeinander treffen, dann entsteht etwas“, sagt Bürgermeister Ulrich Stücker.
Der „Marktplatz für gute Geschäfte“ wird mit Unterstützung der weltweit tätigen Organisation Amaidi international gGmbH mit Sitz in Overath organisiert und durchgeführt, die bereits Erfahrungen aus mehreren durchgeführten Märkten im Rheinisch-Bergischen Kreis mitbringt. Finanziell unterstützt haben die Veranstaltung die Rembold Stiftung und die Sozialstiftung der Kreissparkasse Köln. Die Stadt Wiehl hat mit ihrer Ehrenamtskoordinatorin Corinna Kawczyk die Vorbereitung maßgeblich unterstützt und kostenfrei Räume bereitgestellt, um die Veranstaltung in dieser Form durchzuführen. Der Geschäftsführer von Der Paritätische Oberbergischer Kreis, Christian Gollmer, hat die vorbereitenden Workshops geleitet und die Veranstaltung moderiert.
