Widerstand gegen die Bücherverbrennung

(11. September 2026) Noch bis zum 2. Oktober 2026 ist in der Stadtbücherei Wiehl die Ausstellung „Zwischen Flammen und Freiheit – Wenn Worte verboten sind“ zu sehen.
Den bislang wenig bekannten Widerstand gegen die Bücherverbrennung thematisiert die Ausstellung in der Stadtbücherei. Foto: Stadt WiehlDen bislang wenig bekannten Widerstand gegen die Bücherverbrennung thematisiert die Ausstellung in der Stadtbücherei. Foto: Stadt Wiehl Die Schau widmet sich dem bislang wenig beachteten Widerstand gegen die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen von 1933 und der damit verbundenen Literaturpolitik. Während die Bücherverbrennungen selbst fester Bestandteil der Erinnerungskultur sind, bleiben jene Menschen, Orte und Handlungen, die sich diesem Akt der kulturellen Zerstörung widersetzten, oft unsichtbar. Genau hier setzt die Ausstellung an: Sie macht Widerstand sichtbar – lokal, biografisch und mit Blick auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Demokratie heute.

Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei miteinander verbundene Perspektiven: Zum einen richtet sich der Blick auf lokale Kontexte und berichtet von zehn Orten, an denen konkrete Widerstandshandlungen gegen die Bücherverbrennungen recherchiert wurden– oft kleine, mutige Gesten von Einzelpersonen, Initiativen oder Netzwerken vor Ort.

Zum anderen beleuchtet das Projekt Autorinnen und Autoren im Widerstand. Viele der verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftsteller waren nicht nur Opfer, sondern Aktive – im Exil, in der inneren Emigration oder durch literarische Interventionen. Ihre Biografien werden als persönlicher Anknüpfungspunkt genutzt, um historische Erfahrungen von Verfolgung, Zensur und Widerstand nachvollziehbar zu machen.

Das Projekt versteht Erinnerungsorte nicht als abgeschlossene historische Marker, sondern als lebendige Orte demokratischer Auseinandersetzung. Durch die Verbindung von lokaler Geschichte, biografischem Erzählen und aktueller Fragestellung entsteht eine Erinnerungskultur, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft und junge Menschen aktiv einbezieht. Gefördert wird die Ausstellung und die damit verbundenen Workshops für Schülerinnen und Schüler von der Stiftung „Orte der Deutschen Demokratiegeschichte“. Kuratiert wird sie von Jan Schenk vom Verein „Verbrannte Orte“.

Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten der Stadtbücherei Wiehl besucht werden.