Seven Nights of Fun: Liza Kos voll integriert

(17. November 2019) Sie hat eine „integrationsbedingte Persönlichkeitsspaltung“ und so erlebten die Gäste im Burghaus Bielstein Liza Kos in diversen Varianten auf der Bühne beim dritten „Seven Nights of Fun“-Abend.
„Wer bin ich und wie viele?“ könnte ein Satz von ihr sein, betont Liza Kos. Integration ist ihr Thema und das hat sie auch alles selbst durchlebt. Ist sie doch bis zum 15. Lebensjahr in der Großstadt Moskau aufgewachsen bis ihre Eltern beschlossen, aufs Land zu ziehen – nach Deutsch“Land“. Ihren russischen Akzent behält sie erstmal auf der Bühne bei, denn das sei viel lustiger. Liza Kos fragt sich „Was glaub ich wer ich bin?“ und gesteht den Gästen mit bitterernster Miene: „Mein Gesicht ist nicht informiert darüber, dass ich gute Laune habe“. Doch erstmal gibt es ein kleines Lied zu ihrer Integration „Ich bin deutscher als Waltraut, denn ich esse Sauerkraut“. Das Ganze auf ihrer Balalaika. Die sieht aus wie eine Gitarre – sie hat sich halt schon integriert.

Es gäbe zu viele Klischees über Russen. Zum Beispiel, dass Russen viel trinken. „Ich trinke nicht mehr“ – „zumindest nicht vormittags“ – „außer wenn ich nicht arbeiten muss“ – „im Moment bin ich arbeitslos“. Sie schiebt gerne noch eine Pointe hinterher und läuft sich bei ihrem Programm im Burghaus langsam warm. Grandios ihr Rap als türkische Braut und mit übereinandergeschlagenen Beinen auf dem Barhocker erzählt sie als blonde, langmähnige Svetlana aus ihrem Leben. Ihr erster Freund sei Deutscher gewesen – Achmed. Sie musste immer hinter ihm gehen, aber das sei nicht entwürdigend, „ich hatte immer die Kontrolle wohin er geht und wohin er guckt“ und mit der schweren Einkaufstüte hätte sie schlagkräftig einschreiten können. Beim nächsten Freund bekam sie einen Kulturschock – Rainer nahm sie mit zur Karnevalssitzung und dazu hatte sie ein „Karnevals unser“ erträumt. So kam einiges aus ihrem Leben und der diversen Persönlichkeiten mit ins Programm. Auch Lieder, die von der russischen Traurigkeit infiziert waren. Und sie hatte in der Zugabe noch ein besonderes Highlight – ihre Version des Jazzstückes „Cry me a river“, das sie mit deutschem Text versehen hatte und wohl bei der Prüfung wegen des Inhalts durchgefallen war. Beim Bielsteiner Publikum sorgte es für Begeisterung.

Nicht nur die vielen Persönlichkeiten der Liza Kos kamen auf die Bielsteiner Bühne. Sie unterstützt auch gerne Newcomer und hatte „Elena“ mitgebracht, die viel und schnell redete und damit aber nicht ihre Schwiegermutter übertreffen könne, verriet die Nachwuchs-Comedian. Liza Kos selbst spielte im Mai 2015 die Premiere ihres ersten Comedy-Soloprogramms „Was glaub' ich, wer ich bin?!“. Es folgen ein Auftritt bei „Night Wash“, bei „Ladies Night“ mit Gerburg Jahnke und weitere TV-Auftritte. Seit August 2016 moderiert sie ihre eigene monatliche Live-Comedy-Show „KurArt – Comedy & Kabarett“ in Aachen.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski