Seven Nights of Fun: Lars Reichow mit „Lust“ auf Tournee

(20. November 2019) Lars Reichow ist auf Tournee – mit „Lust“. Der wortgewandte Beobachter, der scheinbar launig-harmlos daherredet und doch so überraschende Pointen bringt.
Er spottet und mahnt. Feinsinnige Bosheiten, aber auch Klartext, wenn es um Klimaschutz und Rechtsradikale geht gibt er von sich. Die Politik bekommt einen Rundumschlag, angefangen von Lindner, der aufpassen müsse, dass er nicht als schwer vermittelbarer Lackaffe abgestempelt werde, über die SPD mit ihrem Auswahlverfahren „The next Top Sozi“ bis zu Politikern wie Dobrindt, die auf den Einsatz von Intelligenz verzichten. 709 Abgeordnete habe der Bundestag derzeit und auf der Versorgungs-Sonnenbank im Reichstag säßen so einige nur rum. Er ist ein witziger, intelligenter und auch nachdenklicher Musikkabarettist. Lars Reichow ist Kabarettist, Pianist, Komponist, Sänger, Fernsehmoderator und Entertainer mit dem Beinamen „Der Klaviator“. Er ist immer überraschend, ernsthaft und humoristisch zugleich. Egal, ob es um einen Fernsehabend mit seiner Frau oder die Wohnmobil-Urlaubsnummer durch Norwegen geht. Lars Reichow erzählt von Tierbesitzern, die es stark übertreiben, von seiner Mutter, die unbedingt ein Smartphone wollte, aber jetzt immer nur aus Versehen Fotos von ihrem Knie macht und ihn mit „Sigrid“ verwechselt – aber er dadurch ein intensives zweistündiges Gespräch mit ihr hat.

Als Kardinal kommt er auf die Bühne und spricht sein eigenes „Vater unser“. Mit den Immobilien hätten die Katholiken Glück gehabt – mit dem Bodenpersonal allerdings gleichzeitig viel Pech. „Macht die Kirche jetzt auf witzig“ – nein, alles in Sachen Humor bleibe in der katholischen Kirche weiter unter Verschluss. Es geht auch in diesem Bereich um „Lust“, um „Verlust“ und um „Selig sind die, die immer am Limit leben“. Ob am kleinen Stehtisch oder am Flügel – es ist durchgehend grandios mit Lars Reichow. Seine Lieder stimmen teilweise nachdenklich, teilweise sind sie einfach sehr unterhaltend. Eins geht über das Vorgefühl, wenn man verliebt ist, aber noch nicht weiß in wen. Seiner Frau hat er sogar ein Liebeslied komponiert. Ein Lied ohne Probleme – geschrieben, als sie weg war und er es in Ruhe schreiben konnte. Er erzählt verrückte Geschichten, in denen er selbst doof dasteht. Und „Lust“ auf politische Kommentare hat er auch. Gerne auch über den „I’am the king of fake-news“, dessen beschissene Frisur nur in einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten machbar sei - und Busch, der als Idiot galt, wirke im Nachgang nun wie ein Philosoph. Reichow ist so schön ehrlich und sagt, wen er mag und wen nicht. Angela Merkel bewundert er für ihren Gleichmut, für Ihre Uneitelkeit, für die Lässigkeit, mit der sie viele Männer, harmlose Männer, aber auch gefährliche und unterbelichtete Männer an sich abperlen lässt. Und eins betont er besonders: Eine Zukunft Europas werde es nur geben, wenn „wir es schaffen, friedlich und freundlich miteinander umzugehen“.

Lars Reichow erhielt bis heute zehn Kleinkunst- und Kabarettpreise, u.a. den „Deutschen Kleinkunstpreis", den „Kulturpreis NRW" und den „Berliner Kabarett-Preis". Nach seinem gefeierten Programm „Freiheit!“ schlägt Reichow lustvoll ein neues Kapitel auf mit „Lust!“. Lust auf Wahrheit. Lust auf Musik. Lust auf Menschen mit offenen, lachenden Augen – die fand er auch in Bielstein in seinem „Lieblingsdachstuhl“.

Vera Marzinski

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  • Lars Reichow mit Lust auf Tournee
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Fotos: Vera Marzinski