Adventssingen mit „Unsere Lieblinge“

(8. Dezember 2019) Nur die dritten Strophen erschallten am Tag vor Nikolaus in der Zugabe von „Unsere Lieblinge“ durch das Burghaus. Nicht nur Alex Haas und Stefan Noelle sangen „Oh Tannenbaum“ und „Wahrlich die Engel verkündigen“ – sondern auch die Gäste. Die hatten zuvor von den beiden „Lieblingen“ Textblätter erhalten.
Das war aber nur der Schluss eines äußerst interessanten Konzertes mit einem Kontrabass, einer Trommel und zwei singenden Musikern, die sich „Unsere Lieblinge“ nennen. „Adventssingen“ ist der schöne wie irreführende Titel des „Unsere Lieblinge“-Weihnachtsprogramms. Alex Haas und Stefan Noelle verwebten Winterliches, Weihnachtliches und Wunderliches und führten zusammen, was nicht zusammengehört.

Seit fast 30 Jahren spielen sie zusammen, wohnen beide in München - der eine stammt aus Hagen, der andere aus der Nähe von Herne. „Wir erzählen unsere Lieblingslieder mit unseren Mitteln neu: Gesungen und nur mit Kontrabass und Minimalschlagzeug instrumentiert. Dabei pfeifen wir auf stilistische Grenzen – und diese Melodie vollendet sich im Ohr unseres Publikums“, sagen sie. Zwei musikalische Archäologen die Dinge aus der Vergangenheit in die Jetztzeit holen. So ein „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“ von Willy Schneider, das mit einem „Rehab“ von Amy Winehouse vermischt wird. Witzig auch ihr „Ain’t no Schneemann when he‘s gone - every time he melts way“.

„Wir sind ja eigentlich eine Jazzband also können Sie nach jedem Solo gerne klatschen“, forderten die beiden das Burghaus-Publikum auf. Zu den Stücken kamen auch gerne spaßige Kommentare, wie zu dem alten Glockengießer Lied „You can ring my bell“. Bei diesem Stück wirkte das Publikum unterstützend mit durch einen Schellenbaum der weitergegeben werden sollte. Doch „Unsere Lieblinge“ stellten schnell fest - wenn man im Oberberg mal was in der Hand habe gebe man es so schnell nicht weiter. Mit ihrer kleinen Kapelle könnten sie Kindheitstraumata verarbeiten, wie mit dem alten Revolutionsmarsch aus dem Westerwald, der natürlich auch wieder mit der Neuzeit verbunden wurde. So wurde aus dem „Little drummer boy“ ein „Can you hear the drums – Fernando“. Selbst ein Ratespiel gab es an diesem Abend. Das „Winter in Kanada“ vermuteten die Gäste als Dörte- oder Peggy March-Schlager - tatsächlich war es ein großer Erfolg von Elisa Gabbai in 1966. Außerdem gab es von Haas und Noelle zu „Blue christmas without you“ vorab ein Gedicht und ein „Kling Glöckchen“ präsentierten sie als Zungenschnalzer. Sogar eine Maultrommel kam zum Einsatz bei „Kommet ihr Hirten“, das sie mit Robbie Williams „Angels“ verquickten. Der Kontrabass wurde kurzfristig zu einer spanischen Gitarre bei „Es wird Nacht Señorita“ und zum guten Schluss gab es – vor dem Weihnachtsliedersingen – ein tolles Medley mit „Nacht Lieder“ von „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ bis zum „Night train“.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski