Brasilien in Bielstein mit „Batida Diferente“

(3. Oktober 2021) Traditionelle Rhythmen, moderner Sound, ausdrucksstarke Melodien und anspruchsvolle, oft poetische Texte – das wurde den Gästen im Burghaus Bielstein mit der Band „Batida Diferente“ geboten.
Brasilien in Bielstein mit Batida Diferente - Foto: Vera MarzinskiBrasilien in Bielstein mit Batida Diferente - Foto: Vera Marzinski Eigentlich sollte die brasilianisch-deutsche Band mit ihrer Sängerin Patricia Cruz, die aus Rio de Janeiro stammt, auftreten, doch leider konnte sie krankheitsbedingt nicht dabei sein. Hauptsächlich Thomas Lensing, sonst die zweite Stimme des Ensembles, übernahm den Gesangspart. Im zweiten Teil kam sein Sohn Jan Messias Lensing dazu, der mit seiner sanften Stimme noch ein besonderes Timbre dazu gab. Seit 1999 existiert „Batida Diferente“ in unveränderter Besetzung mit Profi-Musikern, die aus Brasilien kommen oder jahrelang in Brasilien gelebt und als Musiker gearbeitet haben. Das macht den Sound der Gruppe authentisch brasilianisch und eigenständig zugleich. Stefan Kaspring (Piano, Keyboard, Akkordeon), Ziggy Horn (akustische Gitarre) und Thomas Lensing (Perkussion, Gesang) sind ein eingespieltes Team. Erweitert wurde die Band in Bielstein mit Dieter Nett (Saxophon), Pelle Spitz (Bass) und Jan Messias Lensing (Gesang, Percussion).

„Batida Diferente“ verbindet die "Musica Popular Brasileira", also Rhythmen wie Samba und Bossa Nova, mit Jazz, Pop und Folk. Da wurde natürlich portugiesisch gesungen. Einige Texte übersetzte Thomas Lensing für das Publikum. Und sein „Stellen sie sich vor, sie schauen aus dem Fenster und sind – in Brasilien“, konnte man mit der mitreißenden Musik buchstäblich spüren. Das „One note samba“, die eine Basisnote für Samba, kam mit ins Programm. Und „Wer die ganze Skala der Noten will, bleibt am Ende alleine – ohne eine einzige Note“, übersetzte Lensing. Auch von Gilberto Gil – Musiker und 2003 bis 2008 war er der erste schwarze Kulturminister Brasiliens – hatten sie etwas dabei und wiesen auf dessen Konzert im Oktober in Essen hin. Eine breite Scala, von sehr lyrisch bis mitreißende Musik, die Beine und Herz gleichermaßen bewegt, erfüllte das Burghaus. Mit „Lambada de Serpente“, „Sina“, „Ozeano“, „Sol e Luar“ oder auch einer wunderschönen Version von „Fragile“ von Sting – natürlich auf portugiesich – brachten sie Brasilien nach Bielstein. Eine einzigartige Mischung aus Poetik, Emotionen und Groove.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski