„Dream a Little Dream“ mit einem hochcharmanten Trio

(7. Dezember 2015) „Carrington-Brown“ sind kein Duo, sondern ein Trio. Eine „Menage a trois“ oder auf Deutsch: „ein Dreier“. Colin Brown übersetzt dies so für das Publikum - und Rebecca Carrington. Die beiden und das Cello sind zusammen über 330 Jahre.
Foto: Vera MarzinskiFoto: Vera Marzinski Joe heißt Rebeccas Cello und ist nach Angaben der Künstlerin aus dem 18. Jahrhundert. In ihrem Programm „Dream a little dream“ reihen sie virtuose Musik, britischen Humor und brillanten Gesang aneinander. Das Traumpaar der Musik-Comedy umspannt das musikalische Universum von Bach und Brahms über Bond und Beatles bis Britpop und Billy Jean.

Ob mit James Bond oder klassischen Meistern – die beiden bzw. die drei sind perfekt in dem was sie da auf die Bühne bringen und das mit viel Spaß. Da wird ein Stück von Johann Sebastian Bach entlarvt als Grundlage für mannigfache Popsongs. Sie schaffen es, eine Oper in drei Minuten zu spielen und zu singen und gehen auf die Klippen der deutschen Sprache ein. Sowohl Colin Brown als auch Rebecca Carrington erzählen aus dem eigenen Leben. Er wollte schon als kleiner Junge ein Sexsymbol sein. Auch wenn das Kindheitsfoto da nicht so viel versprechend war – allerdings trug Colin Brown schon damals eine Brille, die heute absolut „in“ ist. Rebecca Carrington wollte Primaballerina werden – aber dafür isst sie zu gern, wie sie dem Bielsteiner Publikum verriet. So spielte sie als Cellistin in einem Ballett-Orchester. Und dann das Vorspielen bei „Herr der Ringe“ - die Musik für die Trilogie stammt von Howard Shore. Dass sich Rebecca Carrington das Treffen auf Shore etwas anders vorgestellt hatte und wie es dann tatsächlich war, erzählte sie im Burghaus Bielstein am Donnerstagabend ausführlich.

Filmmusiken aber nicht nur von „Herr der Ringe“ – von „E.T.“ bis „Star Wars“ brachten sie so einiges auf die Bühne. Ein Battle zwischen Madonna und Michael Jackson kam sehr komödiantisch daher – zudem noch mit entsprechenden Accessoires. Colin brilliert mit einer Stimme, die vom Tenor bis zum tiefen Bass reicht und manchmal ganz wie Sachmo klingt. Höchste Töne erreicht Rebecca mit ihrem Sopran – aber auch akustische Phänomene erzeugt sie mit ihrer Stimme. Nach der Pause überraschen sie mit der deutschen Nationalhymne, die Brown auf dem Dudelsack präsentiert und Carrington schwingt dazu ein Deutschlandfähnchen. Welche Wörter sie am meisten in Deutschland beeindrucken? „Oder?“ und „so!“ sowie die beiden Wörter für einen perfekten kurzen Streit: „Nee“, „doch“.

Sie spulten ein turbulentes und beeindruckendes Programm herunter und begeisterten das Bielsteiner Publikum von Anfang bis zum Schluss. Ab September 2016 wird es ein neues Programm geben: „Ten“. Denn nächstes Jahr sind Carrington und Brown zehn Jahre in Deutschland, zehn Jahre zusammen und zehn Jahre gemeinsam auf der Bühne. Vielleicht kommen sie ja auch damit wieder ins Burghaus – also „Dream a little dream!“.

Vera Marzinski

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