Wenn das Sterben das Leben verändert

(11. Oktober 2017) Zum Welthospiztag am 14. Oktober weisen die Johanniter auf den unschätzbaren Dienst ehrenamtlicher Hospizhelfer hin.
Das Sterben bringt das Leben durcheinander: „Wenn Menschen unheilbar erkranken, versetzt das sie und ihre Angehörigen in einen Ausnahmezustand“, sagt Ute Schumacher, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste der Johanniter im Regionalverband Rhein.-/Oberberg. „Denn dann brechen Angst, Wut und Schmerz über die Menschen herein.“

Einen unschätzbar wichtigen Dienst leisten in diesen Fällen die ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer: Sie begleiten Sterbende in der letzten Phase ihres Lebens durch regelmäßige Besuche und stehen auch den Angehörigen im Chaos der Gefühle zur Seite. „Zum Welthospiztag am 14. Oktober weisen wir auf dieses wichtige Engagement der Ehrenamtlichen hin und bedanken uns für ihren freiwilligen Einsatz“, sagt Steffen Lengsfeld, Regionalvorstand der Johanniter in Rhein.-/Oberberg. Die Johanniter haben daher jetzt ihren Ehrenamtlichen ein Wochenende im Westerwald zum Entspannen, für den Austausch und zur Inspiration geschenkt.

Beim Ambulanten Johanniter-Hospizdienst mit Sitz in Waldbröl sind derzeit 40 ausgebildete Ehrenamtliche in den Kommunen Morsbach, Reichshof und Waldbröl im Dienst. In jedem Jahr begleiten sie 60 trauernde und sterbende Menschen. „Unsere Ehrenamtlichen stehen mitten im Leben, sie haben Familie und sind meist auch berufstätig. Dass sie zusätzlich Kranke, Sterbende und ihre Angehörigen in einer schweren Zeit begleiten, ist großartig“, betont Sabine Achenbach, Koordinatorin des Ambulanten Johanniter-Hospizdienstes. Sabine AchenbachSabine Achenbach Auf diese Tätigkeit werden die ehrenamtlichen Hospizbegleiter der Johanniter gut vorbereitet: Bei einem 100-stündigen Kurs bekommen sie unter anderem fundierte Grundlagen zur Kommunikation mit Sterbenden und Schwerstkranken vermittelt wie Gesprächsführung oder Symbolsprache der Sterbenden. Inhalte sind außerdem der Umgang mit ethischen, spirituellen und juristischen Fragen am Lebensende.

Im stationären Hospiz der Johanniter werden sterbende Menschen von 20 hauptamtlich Mitarbeitenden der Johanniter und 15 ehrenamtlichen Malteser-Hospizhelfern ganzheitlich betreut und begleitet. In dem im Februar 2005 eröffneten Haus gehen in jedem Jahr etwa 150 Menschen ihren letzten Lebensweg.

Einen neuen Lehrgang zu Hospizhelferin und -helfer bieten die Johanniter ab Januar 2018 an, ebenso wird eine weitere Koordinatorin für den Ambulanten Hospizdienst gesucht. Weitere Informationen gibt es bei sabine.achenbach@johanniter.de.