Zwischen Bierzelt-Glückseligkeit und Balkan Beats

(30. September 2018) „Gankino Circus“ sind schon speziell und sehen Volksmusik als Inspiration. Auf Knochen Xylophon spielen, von Florian Silbereisen erzählen, Lieder im 11/8-Takt als Quiz vorspielen – bei den vier Musikern aus der fränkischen Gemeinde Dietenhofen passierte viel am Donnerstagabend im Burghaus Bielstein.
Die vier virtuosen Musiker sind Geschichtenerzähler und kauzige Charakterköpfe, die gerne von ihrer Heimatgemeinde Dietenhofen erzählen und einen Konzertkabarettabend bescheren, der einerseits originell und andererseits manchmal etwas wunderlich war. So der Sirtaki mit einer Bohrmaschine oder das „Bonophon“. Dreh- und Angelpunkt ihrer Geschichten ist das Dietenhöfener Wirtshaus „Zur heiligen Gans“. Das frequentierten nicht nur die vier Künstler, sondern auch andere illustre Gäste: So reiste der völlig entnervte Florian Silbereisen zu einem Kuraufenthalt ins beschauliche Dietenhofen – und wurde prompt von Gankino Circus in die Geheimnisse des fränkischen Yogas eingeweiht. Der Wirt, der sich von Weizenbier ernährte, segnete jedoch leider das Zeitliche und so mussten sie sich eine neue Versammlungsstätte suchen. Das wurde der Grieche, der ihnen verriet, dass der Sirtaki extra für die Touristen erfunden worden sei. Und die vier von „Gankino Circus“ beherrschen diesen sehr gut, vor allem Ralf Wieland, der mit einer Bohrmaschine seine Gitarrensaiten bearbeitete und damit die griechische Musik ins Burghaus brachte. Und was machten sie aus den Überresten des Wirtes der heiligen Gans? Sie bauten ein Bonophon (also Knochen-phon) und spielten ein sehr düsteres „Es kommt eine dunkel Wolk herein“ darauf. Ralf Wieland (Erzähler, Gitarre, Gesang), Maximilian Eder (Akkordeon, Xylophon, Fränkische Rahmentrommel, Gesang), Simon Schorndanner (Klarinette, Saxophon, Gesang) und Johannes Sens (Schlagzeug, Gesang), die Mitglieder von Gankino Circus kennen sich bereits aus Kindheitstagen. Sie verbrachten zusammen die Schulzeit und spielten in der gleichen Blaskapelle. Ab 2007 begannen die vier als Straßenmusikanten aufzutreten. Ihre instrumentalen und Gesangskompositionen haben sie auf einem Stilmix aus fränkischen Kirchweihliedern, ungarischer Volksmusik, Zigeunerjazz, türkischen Klängen und einer Prise Klezmer aufgebaut und mit Balkan-Zirkus-Klamauk gemischt. Der Bandname stammt dabei vom gleichnamigen bulgarischen Tanz Gankino ab. Getanzt wurde auch in Bielstein. Fast ganz am Schluss bot Simon Schorndanner eine Tanzdarbietung: den Herpeltanz. Und zur guten Nacht spielten sie ein „Kein schöner Land“ auf – allerdings nicht getanzt.

Vera Marzinski

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Fotos: Vera Marzinski