Partnerstadt Hem


Hem - die französische Partnerstadt Wiehls

Auf Anhieb Sympathie
Am 2. Oktober 1993 wurde in der Aula des Wiehler Dietrich - Bonhoeffer - Gymnasiums der Partnerschaftsvertrag zwischen der französischen Stadt Hem und Wiehl unterzeichnet.D. Houdry, M. Stitz, Hems Bürgermeisterin M. Massart und der damalige Bürgermeister W. Bergerhoff (v.l.) bei der Unterzeichnung des PartnerschaftsvertragesD. Houdry, M. Stitz, Hems Bürgermeisterin M. Massart und der damalige Bürgermeister W. Bergerhoff (v.l.) bei der Unterzeichnung des PartnerschaftsvertragesMit einem beeindruckenden Fest wurde die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen besiegelt und damit das Bemühen des damaligen Wiehler Stadtdirektors Werner Becker-Blonigen und einiger Stadtverordneter auf bestmögliche Weise belohnt.

Wer an eine Städtepartnerschaft mit Frankreich denkt, hofft im Stillen auf eine Beziehung zum sonnigen Südfrankreich. So auch die Wiehler, die sich zunächst in Zurückhaltung übten, als sich der Besuch einer Delegation aus Hem ankündigte. Die anfängliche Skepsis wandelte sich schon nach dem ersten Wiehler Gegenbesuch in Begeisterung. Größe, Infrastruktur, schulische und sportliche Einrichtungen, und vor allem die Sympathien der französischen und deutschen Bürger für einander, versprachen eine solide Grundlage für eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Hem und Wiehl. Bürgermeister Becker-Blonigen(Mitte) mit Hems Bürgermeister Vercamer (rechts) bei der Partnerschaftsfeier 2000 in Hem.Bürgermeister Becker-Blonigen(Mitte) mit Hems Bürgermeister Vercamer (rechts) bei der Partnerschaftsfeier 2000 in Hem.

In den vergangenen Jahren bestand ein nicht abreißender Kontakt zwischen den Städten. Jahr für Jahr bildet ein großes Partnerschaftsfest - jeweils abwechselnd in Hem und Wiehl - den Höhepunkt des partnerschaftlichen Lebens, an dem stets etwa 400 bis 500 Bürger beider Städte teilnehmen. Für Essen und Trinken sorgen die Gastgeber, aber an der Gestaltung des meist umfangreichen Programms beteiligen sich Veranstalter und Gäste. Darbietungen von Schulorchestern und Tanzgruppen, sportliche Wettkämpfe, Markt mit Angeboten aus der Region, Discos etc. bilden den Veranstaltungsrahmen.

Aber es wird nicht nur gefeiert. Die Schüler beider Städte treffen sich regelmäßig, um einige Tage gemeinsam zu verleben, von einander zu lernen und Freundschaften zu schließen. Bemerkenswert ist, daß Schüler der Grundschule Oberwiehl einmal jährlich nach Hem fahren und einmal Schüler gleichen Alters aus Hem in Wiehl empfangen. Das Rathaus in HemDas Rathaus in Hem Schon gleich zu Beginn der Beziehung setzten junge Wiehler Zeichen. Ein Wiehler Abiturient leistete seinen Zivildienst in Hem, zwei junge Frauen aus Wiehl verbrachten jeweils ein soziales Jahr in der Partnerstadt. Daß junge Hemer Praktika bei Wiehler Firmen ableisten oder auch mehrere Monate in Wiehl arbeiten, ist inzwischen selbstverständlich, auch für die Firmen am Ort, die sich immer wieder bereit erklären, jungen Franzosen eine Chance zu geben.

Im Rahmen eines internationalen Ferienprogramms verlebten Schulkinder aus den Partnerstädten im Juli gemeinsam eine abenteuerliche Zirkuswoche in Gummersbach. Wegen des großen Interesses wird dieses Ferienangebot im Sommer 2001 wiederholt. Anspruchsvolle Kulturwochenenden verbringen Wiehler und Hemer Bürger miteinander, mal in Lille, mal in Köln, Düsseldorf oder Bonn. Eine Karnevalssitzung in Köln wird den französischen Gästen sicherlich unvergessen bleiben.

Die Liste der Unternehmungen ließe sich noch fortsetzen. Die angeführten Beispiele liefern den Beweis dafür, daß aus der Sympathie auf Anhieb eine dauerhafte, mit Leben erfüllte Partnerschaft zwischen Deutschen und Franzosen geworden ist, die hoffentlich noch viele Jahre Bestand haben wird.

Der Weg von Wiehl nach Hem : Nur 380 km trennen uns von der französischen Partnerstadt in der Nähe von Lille.Der Weg von Wiehl nach Hem : Nur 380 km trennen uns von der französischen Partnerstadt in der Nähe von Lille. Es sei noch darauf hingewiesen, daß vor einigen Jahren der Deutsch - Französische Partnerschaftsverein Wiehl - Hem gegründet wurde, der maßgeblich an der Organisation der partnerschaftlichen Unternehmungen beteiligt ist. Die Stadt Wiehl stellt mit dem Leiter des Kulturamtes den Geschäftsführer des Vereins, über den die Finanzierungen abgewickelt werden. Partnerschaftsmaßnahmen, die von der Art und der Größe den Richtlinien entsprechen, werden von der Europäischen Kommission für Städtepartnerschaften in Brüssel finanziell gefördert.




Wissenswertes über die Wiehler Partnerstadt Hem

Geographie

Ein Teil von Hem aus der VogelperspektiveEin Teil von Hem aus der Vogelperspektive Die Stadt Hem hat rund 21.000 Einwohner und ist einer der ältesten Marktflecken im Norden Frankreichs. Inmitten kleiner Erhebungen, deren größte Höhe 41 m nicht übersteigt, liegt diese halb städtische, halb landwirtschaftliche Kommune - 12 km von Lille entfernt - zwischen Villeneuve d'Asq und Roubaix im Departement du Nord. Im Norden dieser Hügelkette erhebt sich ein Plateau mit sanfter Neigung in Richtung Roubaix. Im Südwesten erstreckt sich eine malerisch bewaldete Region.





Geschichte der Stadt Hem

Der ursprüngliche Name dieses kleinen Fleckens war Ham, aus dem im Laufe des 14. Jahrhunderts Hem entstand. Das bedeutete zunächst nichts weiter als die Bezeichnung für den Zusammenschluß einzelner Häuser zu einem Weiler.

Das 965 ha große Territorium Hems zählte am Anfang des letzten Jahrhunderts nur 4879 Einwohner, wegen der fruchtbaren Ebenen von Hauts - Champs, Longchamps und Beaumont fast ausschließlich Landwirte.

Um 1900 erlebte Hem seine industrielle Blüte, die zur weitgehenden Verdrängung landwirtschaftlicher Anwesen führte und nur 41 Höfe bestehen ließ. In dieser Zeit florierte die heimische Industrie. Es gab Färbereien, Teppichfabriken, Brauereien, eine Brennerei, eine Ziegelfabrik u.s.w., um nur die wichtigsten zu nennen. Um diese insgesamt 23 Betriebe herum wurden Häuser für die Arbeiter errichtet, die einen prägenden Einfluß auf die heimische Architektur ausübten.

Gegen Ende des Jahres 1948 begann der Prozeß des demographischen Wachstums der Stadt. Tatsächlich hat Hem im Verlaufe von 20 Jahren seine Einwohnerzahl vervierfacht. Der ursprüngliche Kern der Gemeinde, das alte Zentrum mit den Arbeiterhäusern, fand sich schnell am Rande des städtischen Gebietes wieder. Die neuen Häuser der Stadt konzentrieren sich auf den Norden. In ihnen wohnen 72 % der städtischen Bevölkerung auf nur 15 % des kommunalen Territoriums.

Mit der schnellen Zunahme der unterschiedlichen industriellen Unternehmungen und des Handels konnte das Anwachsen der Bevölkerung nicht Schritt halten. Im Jahr 1975 stammten nur 2.200 der insgesamt 7890 am Ort Beschäftigten aus der Stadt selbst.

Aus ökonomischer Sicht betrachtet, bilden Hem und Lille eine geschlossene Besiedlung mit einem gemeinsamen Hauptindustriezentrum, das bei den Unternehmen sehr begehrt ist. Seit mehr als 15 Jahren steht für die Kommunalverwaltung Hems die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt an vorrangiger Stelle. Neue Industriegebiete entstanden oder sind in der Planung. Der Erfolg blieb nicht aus: ein Dutzend Unternehmungen haben sich inzwischen im Gewerbegebiet neu angesiedelt.


Hemer Sehenswürdigkeiten

Die Stadt Hem bietet mit Monumenten und Bauwerken einen kulturellen Reichtum, den sich Besucher nicht entgehen lassen sollten.

Die Die Heilige Therese vor den wunderschönen BuntglasfensternDie Die Heilige Therese vor den wunderschönen Buntglasfenstern Die Kapelle Sainte Thérèse
Auf Anregung des Stifters Philippe Leclercq wurde 1958 eine Kapelle im Stil moderner religiöser Kunst erbaut. Das Äußere dieser Kapelle ist bewußt so schlicht gestaltet, daß sich das Augenmerk auf das Wichtigste richtet: auf den Altar und die heilige Handlung. Beeindruckend sind die in leuchtenden Farben gestalteten Fenster, die das Leben der Heiligen Therese darstellen. Die sakralen Gegenstände sind als geschichtliche Monumente anerkannt.



Die Kirche Saint Corneille
Die Kirche Saint Corneille mit dem traditionellen Hemer Flohmarkt im Vordergrund.Die Kirche Saint Corneille mit dem traditionellen Hemer Flohmarkt im Vordergrund. Sie wurde im zehnten Jahrhundert erbaut. Die Geschichte hat dieses Bauwerk zum Zeugen zahlreicher Entwicklungen werden lassen. Dreimal wurde die Kirche ein Opfer der Flammen. Während der französischen Revolution diente sie als Versorgungslager; nach dem Konkordat 1801 erhielt sie wieder ihre religiöse Bestimmung. Die alten Mauern blieben im Laufe der Jahrhunderte weitgehend erhalten, jedoch wurde der Chor nach Osten ausgerichtet, seiner ursprünglichen Richtung entgegen. Der heutige Glockenturm stammt aus dem Jahr 1928 und ist höher als der alte.



Die Kirche St. André
Diese Kirche wurde 1968 geweiht und ist im Stil der Zeit errichtet. Mit ihrer modernen Bauweise besticht sie den Betrachter und bildet einen Kontrast zu den Gebäuden der Umgebung.

Die Kirche Saint Paul:
1950 wurde mit der Gründung einer neuen Pfarrei auch der Bau einer Kirche für den Bezirk Beaumont beschlossen. Abbé Callens entschloß sich, eine in Einzelteile zerlegte Kirche aus Österreich nach Frankreich transportieren zu lassen. Diese schlichte Kirche ist mit Fresken von Madame Poniatowska geschmückt, Altar und Tabernakel wurden von Joel Belly entworfen.


Kulturelle Einrichtungen der Stadt Hem

Städtische Musikschule, geleitet von Patrick Salmon: Angeboten wird Unterricht an Instrumenten jeglicher Art, dazu Orchestermusik und Chöre. Kulturzentrum La Ferme Franchomme:
La Ferme FranchommeLa Ferme Franchomme Diese ehemalige, zu einem Kulturzentrum umgebaute Ferme ist als Treffpunkt aller Bürger, gleich welchen Alters, gedacht. In ihr befinden sich eine Schule für plastische Gestaltung, ein Multimedia-Zentrum, eine Bibliothek, Räume für Sprachkurse, Versammlungen, Ausstellungen und Konferenzen.

Das städtische Theateratelier wird von Jean Maurice Boudeulle geleitet und richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Neben regelmäßigen Zusammenkünften gibt es im Verlauf des Jahres Aufführungen zweier Laienspielgruppen und der professionellen Gruppe "l'Aventure".

Schulen

Die Stadt Hem unterhält insgesamt 20 Kindergärten und Grundschulen und darüber hinaus die drei Collèges, die partnerschaftliche Beziehungen zu Wiehler Schulen unterhalten:

Collège privé St. Paul
Collège Elsa Triolet
Collège Albert Camus


Städtepartnerschaften

Schon seit 1970 bestand im Rat der Stadt Hem der Wunsch nach freundschaftlichen Beziehungen zu Städten Europas. Es wurden nach und nach offizielle Partnerschaften mit Städten in England, Deutschland, Island (Schulpartnerschaft des Collège St. Paul) und Portugal abgeschlossen.

Mossley - England

Diese Partnerschaft besteht seit 1972. Mossley ist eine kleine englische Stadt in Lancashire mit rund 10.000 Einwohnern, einige Dutzend km südöstlich Manchester gelegen. Entstanden ist diese Beziehung durch sportliche Begegnungen zwischen den beiden Städten, die auch heute noch andauern. Darüber hinaus treffen sich Jahr für Jahr die "Vieux combattants" (alte Kriegsteilnehmer) aus Anlaß ihrer gemeinsamen geschichtlichen Gedenktage (z.B. Kriegsende November 1918).

Keflavik - Island

Das Collège St. Paul und das Collège von Keflavik unterhalten eine Schulpartnerschaft . Keflavic liegt rund 50 km südwestlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Mit ihren rund 21.000 Einwohner ist sie die fünftgrößte unter den Städten des Landes. Die Entfernung zur Partnerstadt Hem beträgt mehr als 3.000 km.

Aljustrel - Portugal

Die Partnerschaft zwischen der portugiesischen und der französischen Stadt wurde offiziell im April 2000 beschlossen. Sie ist Ausdruck der sehr guten Beziehungen, die seit vielen Jahren zwischen Hem und der kleinen Bergwerksstadt in Portugal bestehen und die durch die portugiesischen Mitbürger der Stadt Hem begründet wurden.


Kontakt und Vorstand

Deutsch-Französischer Partnerschaftsverein Wiehl-Hem e.V.
Postfach 1220
51656 Wiehl


Vorsitzende
Frau Dr. Ane Schmitter

Stv. Vorsitzender
Herr Dieter Klaas

Geschäftsführer
Herr Tim Vogel

Kraft Amtes
Herr Ulrich Stücker

Beisitzer
Herr Eckhard Pfiffer
Frau Marianne Pfundt
Frau Isa Faulenbach
Frau Anne-Marie Klockow

Die Homepage

Die umfangreiche Homepage der Stadt Hem finden Sie hier: www.ville-hem.fr


Zeitzeugenbroschüre

60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bleibt uns Alten nicht mehr viele Zeit, der Jugend zu erklären, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung an das Inferno wach zu halten. Wir haben aus der eigenen Geschichte gelernt, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb dürfen wir uns nicht darauf verlassen, dass so etwas nie wieder geschehen wird, weil wir Menschen anders geworden sind. Diese Broschüre soll den Nachkriegsgenerationen helfen, aus der Erfahrung der Alten zu lernen, sich auf die geschichtlichen Wahrheiten einzustellen und ihnen zu begegnen.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker sagte in seiner Rede zum 40 Jahrestag des Kriegsendes:

"Wer vor der Vergangenheit die Augen schließt, wird blind für die Gegenwart. Erinnern, heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Inneren wird".

Geleitet von diesem Gedanken des damaligen Bundespräsidenten haben wir uns, zusammen mit unseren französischen Freunden, entschlossen, die schlimmen Erlebnisse der letzten Wochen und Monate 1945 aufzuschreiben, die uns für ein Leben geprägt haben. Es sind nur wenige, die das noch können. Möge nach den letzten Zeitzeugen nicht vergessen werden, was sie am Endes ihres Lebens sagen wollten:

"Nie wieder", "Plus jamais ca"! Die Broschüre kann hier (PDF, 600 kB) gelesen oder heruntergeladen werden.

Marianne Stitz

Nachrichtenarchiv



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